Du kennst das vielleicht: Du bist gerade aufgestanden, gehst verschlafen ins Bad, stellst dich auf die Waage und schon ist der Tag für dich eigentlich gelaufen, denn das blöde Ding zeigt MEHR an als gestern!!! Dabei warst du gestern so diszipliniert und hast genau darauf geachtet was du isst. Die Laune ist schon am Morgen im Keller und du fühlst dich total frustriert.
Das kommt dir bekannt vor? Uns auch, und daher haben wir mal recherchiert was man beim Wiegen eigentlich so alles falsch machen kann. Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen zukünftige Frust-Momente auf der Waage zu eliminieren.
1. Nur nackt (oder mit wenig Unterwäsche, aber nicht mit Kleidern) wiegen
Wenn wir uns auf die Waage stellen, sollten wir jedes unnötige Gramm vermeiden und was liegt da am nächsten? Ausziehen! Bevor du auf die Waage steigst, solltest du also unbedingt alles ausziehen, auch deine Unterwäsche. Eine Jeans alleine wiegt schon zwischen 600 und 1.000 Gramm. (Wenn du immer die gleiche Art Kleidung trägst, also zB immer ähnliche Unterwäsche, wiegst du das zwar mit, macht aber von Mal zu Mal keinen Gewichtsunterschied – wäre auch eine Möglichkeit).
2. Nicht jeden Tag wiegen
Sich jeden Tag zu wiegen kann sehr deprimierend sein, da sich unser Gewicht von Tag zu Tag verändert (bis zu 4 % in nur 3 Tagen, das sind bei 70 kg immerhin 2,8 kg!) Dass wir an einem Tag mehr wiegen als am anderen, kann mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen. Vielleicht hat man weniger getrunken als am Vortag oder mehr Ballaststoffe (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte) gegessen. Ballaststoffe binden Wasser und sorgen dafür, dass unser Speisebrei im Darm ein größeres Volumen bekommt. Und weil Wasser schwer ist, kann der Darminhalt schnell einiges auf die Waage bringen – vor allem, wenn die Ernährung gerade umgestellt wurde und man anders isst als vorher. Vielleicht waren wir aber auch schon länger nicht mehr auf Toilette und sind deshalb schwerer. Auch der Zyklus, Lebensmittel-Unverträglichkeiten (Wasserstau) und Muskelaufbau (fällt allerdings weniger ins Gewicht als man denkt) können zu Gewichtsschwankungen führen.
Wenn du planst Gewicht zu verlieren, solltest du dich vielleicht mittwochs wiegen. Das behauptet zumindest eine Studie aus Finnland. Die Forscher fanden heraus, dass Mittwoch der Tag ist, an dem unser Gewicht den wenigsten Fluktuationen unterliegt, so dass der Vergleich von Woche zu Woche am stabilsten ist. Diese Tatsache führte bei den Studienteilnehmern dazu erfolgreicher Gewicht zu verlieren.
Wir raten also dazu sich nur ein mal pro Woche zu wiegen. Welchen Tag du dir dafür aussuchst ist eigentlich egal, es sollte allerdings immer der gleiche Wochentag sein, damit du einen siebentägigen Rhythmus hast. Aufgrund der Studienergebnisse würden wir uns für den Mittwoch entscheiden.
3. In der Früh – aber niemals am Abends wiegen
Abends ist definitiv nicht der beste Zeitpunkt um sich zu wiegen, denn über den Tag verteilt essen und trinken wir, was sich auch auf der Waage niederschlägt. Denn die Nahrung ist noch nicht vollständig verdaut und liegt, mit viel Wasser vermengt, bei uns im Darm – und das sieht dann aus als hätten wir, im Vergleich zum Gewicht am Morgen, zugenommen! Wenn man jeden Tag genau die gleiche Menge essen und trinken und sich dann abends immer zum gleichen Zeitpunkt wiegen würde, wäre es egal – aber nachdem man das nicht tut ist der beste Zeitpunkt eindeutig in der Früh: am Morgen und zwar vor dem Frühstück (und nachdem man auf Toilette war).
4. Nicht frustriert von der Waage steigen
Natürlich ist es kein schönes Gefühl, wenn man sich voller Hoffnung auf die Waage stellt und diese nicht das gewünschte Ergebnis anzeigt. In diesen Momenten kann leicht Frust aufkommen und Resignation eintreten. Jetzt gilt das Motto “Cool bleiben!”. Gedanken wie “Wenn ich nichts abnehme, dann brauche ich auch nicht darauf achten, was ich esse” sollten ganz schnell aus dem Kopf verbannt werden. Viel wichtiger ist es sich bewusst zu machen, dass unser Körpergewicht verschiedenen Schwankungen unterliegt (siehe Punkt 2). Auch wenn du alles richtig machst, wirst du an einigen Tagen abnehmen, an anderen Tagen wird das Gewicht stehen und manchmal – Horror, oh Horror! – wirst du sogar ein paar Hundert Gramm mehr haben als am Tag oder in der Woche davor. Das ist ganz normal!
Immer daran denken: Wenn du deine Ernährung verbesserst, wirst du vielleicht nicht jeden Tag dünner, aber jeden Tag ein kleines bisschen gesünder! Außerdem kommt es viel mehr auf das eigene Körpergefühl an, als auf die Zahl, die unsere Waage anzeigt!
5. Nicht nur wiegen, auch messen
Das Gewicht ist nicht das einzige Maß, an dem du erkennen kannst, ob du abgenommen hast. Oft passiert es, dass das Gewicht gleich bleibt, du aber am Bauch, der Hüfte oder den Oberschenkeln trotzdem an Umfang verloren hast. Das kannst du nur mit einem Maßband feststellen. Wir empfehlen daher, dich nicht nur einmal pro Woche zu wiegen, sondern auch deine Zentimeter-Fortschritte festzuhalten, denn die können oft viel aussagekräftiger sein als das Gewicht.
Hier noch mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- Weg mit den Klamotten und nackig auf die Waage.
- Wiege-Tag festlegen (nur 1x pro Woche; am besten Mittwochs).
- Morgens vor dem Frühstück wiegen.
- Wenn die Waage nicht das gewünschte Ergebnis anzeigt: Cool bleiben!
- Miss auch deinen Bauch-, Hüft-, Oberschenkel-, Waden- und Oberarmumfang.
In deinem “Meine HELGA”-Büchlein kannst du deine Gewichts- (aber auch deine Zentimeter-)Fortschritte festhalten!
Oder lade dir dieses Wiegeprotokoll herunter und drucke es dir aus.