Wir haben viele kleine, schlechte Angewohnheiten, deren wir uns oft gar nicht bewusst sind. Allerdings können genau die dazu führen, dass wir (unbewusst) ständig mehr essen, als wir eigentlich bräuchten. Probiere doch nach und nach einige der folgenden Strategien aus – du wirst sehen, wie viel schneller dein Sättigungsgefühl sich meldet!
Strategie 1: Bewusst essen
Nimm dir bei mindestens einer Mahlzeit pro Tag (kann auch eine Zwischenmahlzeit sein) die Zeit, sie wirklich in Ruhe zu essen:
1) Setz dich in Ruhe hin, sprich nicht beim Essen (!!) und schau auch kein TV, lass den Computer, das Handy und alle Zeitschriften und Bücher links liegen und hör dabei auch keine Musik und kein Radio. Wenn du möchtest und die Zeit/Gelegenheit hast, dann deck den Tisch schön (ja, auch und gerade wenn du alleine isst) und zünde vielleicht eine Kerze an.
Das Ziel ist, sich ganz aufs Essen zu konzentrieren und dabei in sich hinein zu hören: wie fühlt sich das an? Wie schmeckt das wirklich? Wann bin ich eigentlich satt?
2) Konzentriere dich auch aufs Kauen und lege nach jedem einzelnen Bissen das Besteck hin. Dann kau in Ruhe, schluck zuerst runter und nimm erst dann das Besteck wieder auf. Wenn es Essen ist, das man in der Hand hält (z.B. ein Weckerl, einen Apfel), dann leg das Essen nach dem Abbeißen auf den Tisch und nimm es erst wieder auf, wenn du herunter geschluckt hast.
Das ist eine gute Übung, um zu lernen auf die Bedürfnisse des Körpers zu hören. Es wäre übrigens nicht überraschend, wenn deine Verdauung nach dieser Mahlzeit wesentlich besser funktioniert. Die Übung dient auch dazu dein Sättigungsgefühl wieder zu finden.
Strategie 2: Geschirr und Gläser
Hast du gewusst, dass die Form deines Geschirrs einen Einfluss darauf hat, wie viel du isst? Man hat festgestellt, dass übergewichtige Personen Hinweise darauf, ob sie genug haben, in ihrer Umwelt suchen, während schlanke Personen auf ihr inneres Gefühl horchen. Jeder von uns hat dieses Gefühl angeboren, aber viele von uns verlieren dieses natürliche Sättigungsgefühl im Alter von drei oder vier Jahren. Danach orientieren wir uns an äußeren Umständen. Das könnte z.B. sein: ist mein Teller leer? Wie groß ist eine Packung? – von der wir dann so lange essen, bis sie leer ist. Das ist auch der Trick der Chips-Hersteller. Denn die wissen genau das 33% merh zum gleichen Preis zwar verlockend klingt und dazu führt, dass die Menschen das eher kaufen, aber sie müssen sich keine Sorgen machen, dass die Kunden dann um 33% seltener einkaufen – denn eine Packung wird immer als eine Einheit betrachtet und meistens auch so geleert. Und damit schadet das dann nicht dem Umsatz – nru der Waage.
Andere Faktoren, die wichtig sind: jeder von uns isst mehr von einem größeren Teller. Ja, sogar die Menschen, die wissen, dass ein größerer Teller gefährlich ist und davor gewarnt wurden essen um ca. ein Drittel mehr von einem größeren Teller.
Auch die Form der Gläser macht einen Unterschied: so trinkt man z.B. mehr aus einem niedrigen, breiten Glas als aus einem hohen, schmalen Glas. Das kannst du dir zu Nutze machen: verwende zu Hause für die Hauptspeise nicht die schönen, großen Pastateller sondern die mittleren oder kleinen Teller. Den Salat solltest du dafür auf einem möglichst großen Teller servieren. Trinke Wasser eher aus niedrigeren, breiten Gläser. Und wenn du oder deine Kinder mal zu einem gesüßten Getränk greifen wollen, dann solltet ihr es möglichst in einem sehr hohen, schmalen Glas servieren.
Strategie 3: Portionen
Wenn man sich ständig aus einer Gemeinschaftsschüssel bedient, dann isst man mehr. Das gilt für Chips genauso wie für Pommes, Nudeln oder Grillwürstel. Wenn es eine große Schüssel gibt, bei der man nicht abschätzen kann, wie viel auf einen selber entfällt, dann isst man wesentlich mehr, als wenn man sich seine komplette Portion (und nicht nur die ersten beiden Stücke von mehr, die man evtl. essen möchte) auf den Teller anrichtet und dann genau nur diese isst. Es ist “gefährlich”, immer nur ein oder zwei Stück herauszunehmen und sich dann bei Bedarf noch mal zu bedienen. Das ist auch die “Gefahrenquelle” bei Nusspackungen, die zB offen am Schreibtisch liegen – denn man kann nicht abschätzen, wie viel man heute schon davon gegessen hat und isst ständig ein bisschen. Bessere Lösung: nimm dir deine ganze Portion auf einmal – und danach hör auf zu essen.
Strategie 4: Aus den Augen aus dem Sinn
Es ist erwiesen, dass Menschen mehr essen, wenn ein Nahrungsmittel immer sichtbar herum steht. Unser Tipp: hole die Süßigkeiten nur heraus, wenn Gäste da sind, oder du bewusst etwas Süßes genießen möchtest – lass sie sonst im Schrank verschwinden. Statt der Weihnachtskekse kannst du stattdessen Nüsse, Mandarinen und Orangen hinstellen. Das ist auch winterlich, aber gesund. Versuche das auch in Ihrem Büro durchzusetzen, oder sorge zumindest dafür, dass in den Besprechungen, in denen du dabei bist, neben dem Keksteller auch der Teller mit Nüssen und Früchten am Tisch steht. Wenn du dann schon zugreifst, dann gibt es wenigstens eine gute Alternative.