Allergie-Tests

Der einfachste Weg zu testen, ob man eine “verzögert Allergie” oder Intoleranz auf ein bestimmtes Nahrungsmittel hat, ist ein Bluttest.

Leider gibt es auf dem Markt diesbezüglich sehr viele verschiedene Tests, die zum Teil sehr gut sind, zum Teil aber leider überhaupt nicht aussagekräftig. Am Preis kann man das leider nicht erkennen.

Wir empfehlen die Allergo-Screen Tests von “GanzImmun” bzw. die Tests von kiweno. Den Test von Kiweno kann man ganz einfach selbst von zu Hause aus durchführen, für den Test von GanzImmun müsst ihr euch an einen Partnerarzt oder ein Partnerlabor wende. Wenn euch das interessiert, nehmt ihr am besten direkt mit GanzImmun Kontakt auf und fragt nach einem Partnerarzt oder Partnerlabor in eurer Nähe.

Der Vorteil des kiweno Tests ist, dass man ihn ganz einfach selbst von zu Hause aus durchführen kann, der Vorteil der GanzImmun Tests ist, dass mehr Lebensmittel getestet werden.

Natürlich sind diese Bluttests recht kostspielig und für manche einfach nicht machbar. Es gibt noch eine andere Möglichkeit zu testen, ob man auf ein bestimmtes Nahrungsmittel reagiert, allerdings ist der Test ein bisschen „mühsam“.

 

Der Nahrungsmittelallergie-Pulstest

Bei diesem Test vermeidet man die Lebensmittel, von denen man vermutet, dass man sie nicht verträgt, strikt für mindestens 3 Wochen (besser 28 Tage) und isst dann eine größere Portion davon und misst seinen Puls bzw. beobachtet die Reaktionen des Körpers. Treten keine Reaktionen auf und steigt der Puls nicht an, dann kann man die Nahrungsmittel bedenkenlos essen. Hat man eine Reaktion oder steigt der Puls, dann sollte man diese Nahrungsmittel auch in Zukunft vermeiden. Bei Bluttests werden manchmal über 100 Lebensmittel getestet, das kann man bei einem Pulstest nicht machen, weil man nicht so lange so viele Nahrungsmittel vermeiden könnte. Daher sollte man sich auf die konzentrieren, bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, weil sie die häufigsten Nahrungsmittel sind, die in Mitteleuropa nicht vertragen werden bzw. die Nahrungsmittel, bei denen man schon „ein Gefühl hat“, dass sie Probleme machen könnten. Darüber hinaus sind auch die Lebensmittel, auf die man am wenigsten verzichten möchte, also Dinge, auf die man fast süchtig ist, oft auch auf der Liste (das könnte z.B. Käse, Nudeln, oder Brot sein).

Die „Klassiker“, die von vielen Menschen nicht vertragen werden, sind:

  1. Kuhmilch
  2. Ziegen- und/oder Schafmilch
  3. Weizen
  4. Dinkel
  5. Eier
  6. Hefe

Der Test
Vermeide alle die oben genannten Nahrungsmittel strikt für 28 Tage. Checke die Inhaltsstoffe der Dinge, die du isst, sehr genau darauf, ob dudiese Stoffe enthalten (Weizen ist z.B. in Sojasauce enthalten, nicht aber in Tamari). Am besten besorgst du dir einen Vorrat an „allergiefreien“ Nahrungsmitteln, bevor du mit dem Test anfängst. Wenn du WEIZEN vermeidest, dann iss kein Brot, Kuchen, Kekse, Nudeln, Soßen, Müsli etc. (außer das Brot ist zu 100% aus Roggen o.ä. Das muss aber drauf stehen, sonst enthält Roggenbrot meist 50% Weizen. Dinkel ist eine Urform des Weizens und sollte während der Testphase auch nicht gegessen werden). Alternativen zu Weizen: 100% Roggenbrot (auch Knäckebrot), Reiswaffeln, Soßen, die mit Maisstärke gemacht sind, Müslis auf Mais-, Haferflocken-, oder Quinoabasis, Nudeln aus Mais, Reis oder Buchweizen. Wenn du MILCH vermeidest, iss keinen Käse, Milch, Sauerrahm, Schlagobers, Molke, Joghurt, Butter, Schokolade (außer Bitterschokolade ohne Milchbestandteile), und alle Produkte, die Milchbestandteile enthalten (Label checken!) Gute Alternativen sind Sojamilch, Sojajoghurt, Reismilch, Haferflockendrink, Nussbutter, etc. Achtung: es ist besser, in dieser Zeit auch gleich Schaf- und Ziegenkäse wegzulassen, da sich die Symptome wenig ändern werden, falls diese Dinge auch nicht vertragen werden. Also am besten gleich alle drei testen. HEFE ist nicht nur in jedem Brot, das nicht mit reinem Natursauerteig gebacken wurde enthalten, sondern auch in Dingen wie Suppenwürfeln und natürlich Bier. Unbedingt Etiketten lesen!

Wichtige Punkte:

  • Teste immer nur ein Lebensmittel auf ein Mal. Wenn du also ausprobieren möchtest, ob du auf Gluten oder Milch allergisch/intolerant bist, dann fang nicht gleich mit einem Käsebrot an, denn dann weißt du nicht, ob mögliche Symptome von der Milch oder vom Getreide kommen. Achtung auch bei Brot: da ist meistens Hefe drin und wenn du Reaktionen bekommst, dann kann das an der Hefe liegen und nicht am Getreide.
  • Ändere an einem Test-Tag nichts an deiner restlichen Ernährung. Trinke da nicht plötzlich Kaffee, wenn du sonst keinen trinkst – und lass auch nichts weg, was du sonst konsumierst. Wir wollen ja nur die Reaktion auf das eine Lebensmittel testen – und nicht verwirrende Signale bekommen, weil du noch etwas anderes verändert hast.

Und so geht der Test:

  1. Setz dich in Ruhe hin und warte ca 5 Min. Miss deinen Puls (am Handgelenk oder Halsschlagader) über eine Minute und schreib ihn auf.
  2. Iss eine eher größere Portion von dem Lebensmittel, das du testen möchtest. Wenn du zB Weizen testen möchtest, dann iss zB eine größeren Teller Nudeln (die Sauce oder Beilagen sind völlig egal, so lange sie nicht Dinge enthalten, die du evtl nicht verträgst. Also bis geklärt ist, wie gut du Milchprodukte verträgst, bitte keinen Käse und keine Sahnesauce zu den Nudeln). Brot ist hier nicht ideal, weil da evt auch Hefe drin sein kann. Weiter unten mache ich dann Vorschläge, in welcher Reihenfolge man am besten testet.
  3. Miss deinen Puls noch mal 10 Min nach dem Essen, 30 Minuten und 60 Minuten (immer, nachdem du wieder 5 Min ruhig gesessen bist). Wenn der Puls mehr als 10 Schläge pro Minute gestiegen ist, kann das ein Anzeichen sein, dass du dieses Lebensmittel nicht gut verträgst. Schreib auch in den nächsten 48 Stunden alle ungewöhnlichen Reaktionen auf, denn die Symptome können bei verzögerten Allergien bis zu 2 Tage später auftreten. ZB gibt es Menschen, die an einem Tag Milchprodukte essen und davon zwei Tage später einen Migräneanfall bekommen. Typische Symptome, die auftreten können: Aufgeblähter Bauch, Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall (manchmal beides), Bauchkrämpfe, schlagartig 1-2 kg oder mehr zusätzlich auf der Waage, extreme Müdigkeit, Kopfschmerzen, Ausschläge, Gelenksschmerzen.

Wenn 48 Stunden lang keine Symptome auftreten, dann ist das Lebensmittel für dich okay und du kannst es problemlos essen.

Warte unbedingt mindestens 48 Stunden, bis du das nächste Lebensmittel testest.

Wie kann man das jetzt systematisch testen, wenn man Getreide und Milchprodukte testen möchte? Wir würden vorschlagen, dass man sich vom “schwächsten” Lebensmittel (also dem mit dem schwächsten allergenen Potential) zum “stärksten” vorarbeitet. Denn wenn man Lebensmittel mit hoher Allergiewahrscheinlichkeit als erstes testet, dann kann es sein, dass man relativ viel Entzündung im Körper auslöst, was die folgenden Tests beeinflussen kann.

Getreide:
Da Roggen von vielen vertragen wird, würden wir damit anfangen. Leider gibt es kaum Produkte außer Brot mit Roggen, deswegen würden wir mit einem hefefreien (zB Natursauerteig) Roggen-Brot anfangen. Aber Achtung: unbedingt aufs Etikett schauen, ob es 100% Roggen ist. Es gibt auch gute Knäckebrote, die 100% Roggen sind.  Wer noch eine Stufe vorher anfangen möchte, testet als erstes Haferflocken, denn die enthalten eine besonders verträgliche Form von Gluten.

Wenn man Roggen gut verträgt (Juhu! Das heißt schon mal, dass man nicht auf Gluten generell reagiert), geht nach zwei Tagen zur nächsten Stufe über: Dinkel (Dinkel ist eine Urform des Weizens und wird von vielen wesentlich besser vertragen). Dazu würden wir es zB mit Dinkelnudeln probieren.

Wenn wieder keine Reaktion – dann Weizen (auch wieder als Nudeln am einfachsten).

Wenn man irgendwann eine Reaktion hat, muss man warten, bis die Symptome komplett abgeklungen sind (also zB der Wasserstau oder der Ausschlag weg ist), bevor man den nächsten Test macht.

Milch:
Da Ziegen- und Schafmilch oft viel besser vertragen werden als Kuhmilch, würden wir hier den Test zuerst mit Ziege oder Schaf machen (gibt es als Joghurt und Käse). Teste zuerst getrennt eines der beiden, dann zwei Tage später das andere und wenn beide okay sind, dann teste noch mal zwei Tage später die Kuhmilch (als Käse oder Joghurt, zB).

Alle Lebensmittel, die schon vorher getestet wurden und als Okay eingestuft worden sind, können in späteren Tests problemlos vorkommen. Also wenn man zB schon geklärt hat, dass Roggenbrot okay ist, kann beim Milchtest ruhig ein Käsebrot auf Roggenbrot als Test herhalten.

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